Countdown: Das Trio Infernale - Takeo Sano

© JungShan
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Wie Vincent war auch Takeo erst als Nebenfigur geplant. Zudem hatte er einen viel höheren Status inne - er war ursprünglich nämlich der Sohn des Kaisers von Japan. Heute muss ich darüber lachen, denn das Buch hätte so niemals funktioniert. Zum Glück hat mir damals eine liebe Autorenkollegin auf die Finger geklopft und den Vorschlag gemacht, Takeo Diplomat sein zu lassen. Ich habe ihn noch ein wenig mehr zurück gestuft (sorry, Takeo) und ihn erneut zum "Sohn" gemacht, diesmal eben Diplomatensohn.


Im Gegensatz zu den anderen beiden Protagonisten ist Takeo aus meiner Leidenschaft für Japan entstanden. Allein sein Name deutet bereits darauf hin und zollt zwei Autorinnen Tribut, deren Bücher ich liebe: Takeo habe ich Lian Hearn und dem Clan der Otori entliehen (bzw. ihrem Protagonisten). Und den Nachnamen Sano trägt die Hauptfigur der historischen Samurai-Krimis von Laura Joh Rowland.

Japan fasziniert mich seit meiner Kindheit, und als Teenager habe ich angefangen, Japanisch zu lernen (inklusive intensiver Manga und Anime Obsession). Anfang 20 war ich für einen Monat in Tokyo und habe mir damit einen Traum wahr gemacht. 

Die Figur von Takeo ist also nicht nur blosse Schnapsidee von mir, weil ich ein bisschen mehr Diversität für den Roman brauchte. In ihr steckt ein Teil von mir. Ich finde, es sollte viel mehr Bücher geben, die die unglaublich reiche Geschichte Japans zeigen - und sei es nur in der Figur eines Samurai.

Takeo ist ein Samurai, ein Krieger, der jedoch in der Beamtenstube des Bakufu festsitzt. Als Erstgeborener einer angesehenen Familie steht die Pflichterfüllung gegenüber seinem Vater und dem Shogun an erster Stelle, für seine eigenen Träume bleibt kein Platz. Takeo will die Welt sehen, Abenteuer erleben und aus seinem öden Alltag ausbrechen.

Er ist nachdenklich, gewissenhaft und sehr traditionell. Er ist neugierig, pflichtbewusst, verschlossen und oft auch unfreiwillig komisch. Takeo ist der ruhende Pol des Trios und das komplette Gegenteil von Vincent und seinem Temperament. Zu Beginn sind für ihn alle Ausländer unzivilisierte Barbaren, doch er lernt schnell, sich in der neuen Welt zurecht zu finden - vor allem durch das Essen, für das er eine grosse Leidenschaft entwickelt ;D.


Obwohl er ein Meister der Schwertkunst ist und ziemlich ernst rüberkommt, ist es Takeo, der für viele der lustigen Momente im Buch herhalten musste. Ich war zu Beginn sehr erstaunt, wie gut er sich mit Vincent verträgt, habe ich doch die beiden als Streithähne geplant. Dass sich eine Bromance entwickelt, habe ich nicht erwartet.


Natürlich hat auch Takeo seinen eigenen Song:

Die Band Kagrra, habe ich in meiner intensiven Japanphase sehr gern gehört. Auch wenn es sie schon länger nicht mehr gibt, dieses Lied verursacht bei mir immer noch Gänsehaut.

Und falls ihr eine Stunde Zeit habt, seht euch eine Live Performance von Yamato - Drummers of Japan an. Sehr zu empfehlen. Die einmal live zu sehen steht ganz oben auf meiner Liste.

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