BuCon Messebericht

Ich bin wohl eine der letzten, die über den BuCon berichtet (in den Tagen danach war mein Facebook voll davon), aber es ging zeitlich leider nicht anders. Fotos habe ich auch kaum welche gemacht, aber dafür ganz viel Spass gehabt. :D

©Luzia Pfyl
©Luzia Pfyl

Gestartet sind wir schon am Freitag Nachmittag und haben uns durch zähen Verkehr (die Deutschen nennen das komischerweise Stau) auf der Autobahn von Zürich nach Dreieich bei Frankfurt gekämpft. Aber es ging alles gut und auch unser Hotel in Dreieich war angenehm (bis auf die unbequemen Kopfkissen). Selbstverständlich war der Kaffee beim Frühstück nicht wirklich gut, aber immerhin trinkbar. Ich hab schon schlimmeren Hotelkaffee getrunken.


Samstag Morgen im Bürgerhaus angekommen und noch nicht einmal richtig drin, da läuft mir auch schon Verlags- und Autorenkollege Fabian Dombrowski (Anthologie "Verschlusssache", Ohneohren Verlag) entgegen. Er ist in Eile wegen seiner Lesung, die gleich beginnt, aber für ganz kurz Quatschen reicht es. Dafür werde ich aber - nun mit blauem Bändel am Handgelenk und mit Tüte voller Flyer im Arm - von Autorenkollegin Tanja Rast ("Arrion", Amrun Verlag) geknuddelt. Sehr fest. Ich glaube, meine Rippen haben geknackst. Und plötzlich sind da noch mehr Tintenzirkler, die ich seit meinem letzten BuCon von vor zwei Jahren nicht mehr gesehen habe! So viele bekannte und neue Gesichter, so viele herzliche Begrüssungen und Umarmungen!


Nachdem wir uns am Tintenzirklertisch ein paar Stühle geschnappt und unsere Sachen abgeladen haben, machte ich mich gleich auf die Suche nach dem Ohneohren-Stand. Gesucht, gefunden und nach einem "Hallo, ich bin die da" *auf Buch zeig* herzlich begrüsst und geknuddelt worden. Verlegerin Ingrid ist in live genauso, wie ich sie online seit einem Jahr kenne.

Irgendwie bin ich dann den halben Tag beim Stand rumgehangen und habe mit ganz vielen Leuten gequatscht. Wenn ich denn nicht grad mit Ingrid draussen in der Kälte stand, weil wir rauchen wollten.

©Thomas Heidemann. V.l.n.r: Melanie Vogltanz, Werner Graf, Jacqueline Mayerhofer, ich
©Thomas Heidemann. V.l.n.r: Melanie Vogltanz, Werner Graf, Jacqueline Mayerhofer, ich

Draussen versammelten sich auch immer wieder Zirkler, bis wir irgendwann einen Kreis der Anonymen Tintenzirkler bildeten - fragt besser nicht. Aber es war sehr lustig.


Irgendwann sass ich wieder am Tisch und verdrückte ein Sandwich in Rekordzeit, weil ich einerseits Hunger hatte und andererseits langsam nervös wurde. Um 17.00 Uhr fand nämlich das ohneohrige Lesepanel statt. Aber zum Nervös sein hatte ich kaum Zeit, denn überall entdeckte ich Leute, die ich irgendwoher kannte, hab Bücher gekauft und sie mir von den Autoren gleich signieren lassen, oder durfte selbst mein Buch signieren. Leider habe ich deswegen so ziemlich jede Lesung verpasst, die ich besuchen wollte.


Das Lesepanel war gut besucht - ich glaube, es war sogar voll besetzt, obwohl wir starke Konkurrenz hatten - und da sassen wir nun an diesem Tisch vor versammelter Meute, äh, Mannschaft. Aber es ging alles glatt, es war lustig (ehrlich, wenn man als Autor Lacher produziert, fühlt sich das an wie im Lotto gewinnen) und hat die Bandbreite des Verlags sehr gut wiedergegeben. Danke an Cairiel Ari ("Der Herr der schwarzen Schatten", Ohneohren Verlag) für's gemeinsame Bibbern vor der Lesung und ein riesiges Dankeschön an Dorothe Zürcher ("Tamonia", KaMeRu Verlag), so für alles.

Ohneohren Lesepanel. V.l.n.r.: Veronika Lackerbauer, Magdalena Ecker, Cairiel Ari, ich (mit Dorothe Zürcher)
Ohneohren Lesepanel. V.l.n.r.: Veronika Lackerbauer, Magdalena Ecker, Cairiel Ari, ich (mit Dorothe Zürcher)
Der versammelte Tintenzirkel.
Der versammelte Tintenzirkel.

Der Höhepunkt des BuCon ist wie jedes Jahr die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises. Das spezielle an diesem Preis ist, dass es ein Publikumspreis ist. Das beliebteste Buch, der beliebteste Autor gewinnt also - oder derjenige, der via Social Media die meisten Leute mobilisieren konnte, für ihn zu stimmen. Aber das ist ein anderes Thema und gehört nicht hierher. Dieses Jahr waren kaum Leute nominiert, die ich kenne, deswegen hielt sich meine Aufgeregtheit auch in Grenzen. Zudem labern die Moderatoren immer so viel Mist und ziehen die Show unnötig in die Länge... *eye roll*

Verlagskollegin Veronika Lackerbauer war mit "Burgfried" in der Kategorie "Bestes deutschsprachiges Debüt" nominiert und hat den fünften Platz gemacht. Und ganz, ganz stolz bin ich auf Grit Richter und ihren Art Skript Phantastik Verlag, denn sie hat mit der Anthologie "Steampunk Akte Deutschland" den ersten Platz in der Kategorie "Anthologie" gemacht. Noch einmal ganz herzlichen Glückwunsch, Grit! Ich freue mich sehr, Teil der ASP-Familie zu sein, wenn auch nur als Anthologie-Autorin (Ich bin in "Steampunk 1851" vertreten).

Der Tag ging viel zu schnell rum und nach der Preisverleihung war ich so fix und alle, dass ich nur noch ins Hotel wollte. Die Zirkler gingen alle zusammen noch Abendessen (es wurde wie immer sehr, sehr spät), aber für ein vollgestopftes, stickiges und lautes Restaurant hatte ich keine Energie mehr. Stattdessen gab es für mich den selbst gemachten Apfelstrudel von Ingrid, der auch nach zwei Tagen im Auto noch geniessbar und sehr lecker war.


Mein Fazit von einem Tag BuCon und zwei Tage im Auto: Ich habe mit bestimmt nur der Hälfte der Leute gequatscht, mit denen ich gerne gequatscht hätte, und nur halb so viele Bücher gekauft, wie ich geplant hatte (mein Portemonnaie dankt herzlich), aber ich hatte jede Menge Spass! Danke an alle, die mitgeholfen haben, diesen Tag so toll zu machen!

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