Wie du deine Ideen umsetzen kannst

Herzlich Willkommen zum ersten Schreibtipp Freitag!

 

Du liest das, weil du ein Buch schreiben willst – oder du bist bereits dabei, eines zu schreiben. Das ist großartig! Du hast ein Ziel vor Augen, das du erreichen willst. Ich will dir dabei helfen, dein Ziel zu erreichen und sogar zu übertreffen.

 

Was ich dir vorneweg ans Herz lege: Nicht jeder Tipp funktioniert für jeden Autor. Ich habe viele Jahre gebraucht, um herauszufinden, was für mich funktioniert und was nicht. Ich habe so ziemlich jede Methode ausprobiert, viele Schreibratgeber gelesen (die meistens behaupten, dass sie die einzig wahre Methode beinhalten) und bin ziemlich oft gescheitert. Diese Schreibtipps sind also die Essenzen meiner Art zu schreiben. Probier sie aus, entwickle sie weiter und sieh, wohin sie dich führen.    

Am Anfang ist da diese Idee

Du kennst das vielleicht: Du stehst unter der Dusche und plötzlich bist du nicht mehr alleine, denn auf einmal streiten sich ein kleiner blauer Drache und eine Prinzessin um die Seife. Du wirfst die beiden raus, weil du in Frieden duschen willst. Doch sie bleiben vor dem Badezimmer sitzen. Während du dich anziehst, beginnen sie, dich vollzuquasseln. Der kleine blaue Drache flattert aufgeregt mit seinen winzigen Flügeln, steckt deine Vorhänge in Brand. Die Prinzessin verlangt ein ausgewogenes Frühstück und plündert deinen Kühlschrank, während du eigentlich nur einen Kaffee trinken willst.

Im Bus fängt die Prinzessin an, dir von ihrem Leid zu klagen. Dass sie eigentlich gar nicht Prinzessin sein will, vielleicht, oder dass sie das Nachbarreich erobern will. Du fragst sie, woher der kleine Drachen kommt.

 

Argh, Fehler! Jetzt wirst du die beiden erst recht nicht mehr los.    

Ordnung ins Wirrwarr in deinem Kopf bringen

Solche Szenen passieren mir ständig, und zwar meistens dann, wenn ich es so gar nicht brauchen kann. Wenn ich gerade einkaufen bin, zum Beispiel, oder von Termin zu Termin hetze. Mittlerweile bin ich ziemlich gut darin, diese sich mir aufdrängenden Ideen zu ignorieren, bis ich Ruhe habe, um mich mit ihnen zu beschäftigen.

 

Manche Ideen müssen aber einfach raus, damit sie mich in Frieden lassen. Eine Möglichkeit ist, einfach ein paar Stichworte irgendwo aufzuschreiben. Blauer kleiner Drache, Stummelflügel, sture Prinzessin. Das reicht. Darauf kann ich immer wieder zurückkommen und weiter ausarbeiten.

 

Eine Methode, die ich seit einigen Jahren sehr gerne anwende, ist das Mindmap. Auch da arbeite ich mit Stichworten, aber auch mit dem Gedankenfluss. Ich schreibe mir alles auf, was mir zu den Stichworten einfällt: Assoziationen, weiterführende Gedanken, neue Ideen, usw.    

Das kann dann so aussehen:

Als Beispiel habe ich einen meiner Schubladenromane genommen. Darin geht es um einen Kleinganoven und besagten kleinen blauen Drachen, die gegen einen dunklen König kämpfen müssen, um die legendären Drachenkugeln zu retten.

Siehst du meine Assoziation zu Dragonball? Leuchtende Kugeln, die man per „Radar“ – oder der Spürnase eines blauen Drachens – finden kann.    

Warum schreibe ich mir alles auf, auch wenn ich es später vielleicht gar nicht brauche? Um Ordnung ins Wirrwarr in meinem Kopf zu bringen. Zu Beginn fliegen Ideenfragmente wild umher. Ich sehe weder die Zusammenhänge (falls es denn welche gibt), noch weiß ich, wer meine Hauptfiguren sind. Mit Hilfe des Mindmaps kristallisieren sich diese Punkte sehr oft bereits heraus. Ich habe ein vages Bild meiner Prota- und Antagonisten, vielleicht sogar von einer Nebenfigur, von der Welt und der groben Handlung.

Das ist die Basis, woraus du deinen Plot und deine Figuren entwickeln kannst. Du kannst immer wieder darauf zurückkommen und deine Notizen dazu erweitern.    

Was kann ich machen, wenn ich festhänge?

Das geschieht den besten Autoren, glaub mir. Du hast eine geniale Idee, du füllst Seite um Seite in deinem Notizbuch, und plötzlich bleibt dein Stift über dem Papier schweben und du weißt nicht mehr weiter. Du hängst. Du grübelst tagelang über deinen Notizen, suchst nach dem Funken, den du irgendwo auf dem Weg verloren hast, und legst Köder für den kleinen blauen Drachen aus.

Was also tun, wenn die Ideen stocken?

Es gibt diesen genialen Satz: „Just add ninjas.“ Das habe ich tatsächlich mal gemacht und mitten im Roman drei Ninjas eingebaut. Dieser Roman wird niemals meine Festplatte verlassen, aber es hat so viel Spaß gemacht, dass ich das Buch dann doch noch beendet habe.

Allerdings wirken Ninjas ziemlich fehl am Platz, wenn sie plötzlich in der Welt von Game of Thrones auftauchen, zum Beispiel.

Besser geeignet sind da die Story Cubes. Das sind Würfel in verschiedenen Themenpackungen, die statt Zahlen Zeichnungen drauf haben. Vielleicht sind sie nicht für jeden geeignet, um eine ganze Geschichte auszuwürfeln, doch sie können deinen Ideenfluss wieder anstoßen und sind dazu noch ziemlich amüsant.    

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die du nutzen kannst, um deine Ideen fließen zu lassen. Manche meditieren, gehen spazieren oder zum Sport. Ich kenne noch das mp3-Orakel, bei dem du deinen Musikplayer auf Zufall stellst und dir zu jedem Lied, das kommt, das erste aufschreibst, was dir dazu in den Sinn kommt. Oder den Titel wörtlich nimmst. Oder, oder, oder. Damit habe ich schon ziemlich verrückte Plots entwickelt.

 

Aus Erfahrung weiß ich, dass früher oder später der zündende Funke wieder angerauscht kommt. Bei mir meist unter der Dusche, wenn ich eigentlich gar nicht will.

Deine Wochenaufgabe

Ja, richtig gelesen. Ich gebe dir mit jedem Schreibtipp eine kleine Übungsaufgabe, damit du den Tipp gleich ausprobieren kannst. Natürlich bist du nicht verpflichtet, die zu machen, aber ich empfehle dir, es doch zu tun. Denn nur durch ausprobieren und üben finden wir heraus, was funktioniert. Und wir wollen alle besser werden, oder?

 

Ideen fließen zu lassen und sie in geordnete Bahnen zu lenken kann man üben, wie so ziemlich alles andere auch. Je mehr du dein Gehirn darauf trainierst, desto einfacher wird es dir fallen, Ideen weiterzuentwickeln und umzusetzen. Du musst nicht gleich auf Knopfdruck kreativ sein, denn das ist so oder so verdammt schwer. Aber du kannst diese Woche üben, Mindmaps zu machen. Ein Stift und ein Blatt Papier oder dein Notizbuch genügen dafür. Du kannst auch die Farbstifte rausnehmen und die Glitzergelstifte, was auch immer. Kritzle Strichmännchen hin, Einhörner, Herzen oder Raketen. Es sind deine Ideen.

Schnapp dir diese Ideen und bringe sie zu Papier, ohne den Druck, daraus dann tatsächlich einen Roman machen zu müssen. Darum geht es noch gar nicht. Lass dir alle Freiheiten und lass deine Gedanken fließen. Du wirst überrascht sein, was da plötzlich alles zustande kommt.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

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Das erwartet dich nächste Woche:

Nussallergie? Ja, bitte. Wir tauchen ein in den ersten von mehreren Teilen, wie man Figuren erschafft, die die Leser nicht so schnell vergessen.