Wie kann ich mein Schreiben fördern?

Herzlich Willkommen zum Schreibtipp Freitag! Schön, bist du wieder mit dabei.

Falls du den letzten Schreibtipp verpasst hast, findest du ihn hier.

 

In einem Live-Stream, den ich auf meiner Facebookseite gemacht habe, kamen viele Fragen auf, die ich gerne etwas ausführlicher und fundierter beantworten will. Einige dieser Fragen sind sehr allgemein gehalten, andere gehen tiefer in ein bestimmtes Thema hinein.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass ich in diesen Artikeln meine eigenen Erfahrungen, Techniken und Arbeitsweisen, sowie auch mein Wissen mit dir teile. Was für mich funktioniert, muss nicht zwingend auch für jeden anderen funktionieren. Das Wichtigste ist, dass du ausprobierst und deine für dich richtige Methode findest. Und dabei Spaß hast natürlich. :D

Das Schreiben als Hobby

Photo by Aaron Burden on Unsplash.
Photo by Aaron Burden on Unsplash.

Von Alexandra kam via Facebook die Frage, wie sie ihr Schreiben fördern könnte, nachdem sie ein paar aufmunternde und lobende Kommentare zu ihren Gedichten bekommen hat.

Diese Frage stellt sich früher oder später jeder, der sich in irgendeiner Weise mit dem Schreiben beschäftigt. Allerdings ist diese Frage extrem allgemein gehalten und so nur schwer zu beantworten. Ich werde also versuchen, das ein wenig aufzuschlüsseln.

 

Für die allermeisten von uns ist das Schreiben zu Beginn ein Hobby, das wir zwischendurch betreiben. Wir schreiben vielleicht FanFiction zu Harry Potter oder Star Wars (bei mir war es damals Dragonball und One Piece), versuchen uns an Gedichten und an einem eigenen Fantasy-Epos. Schreiben macht Spaß und tut gut, weil wir uns den Frust des Alltags von der Seele schreiben können, in ferne Welten abtauchen und sogar noch besser, unsere eigenen Welten erschaffen können.

 

Die meisten von uns sitzen dabei im stillen Kämmerchen. Wir arbeiten für uns alleine und in den meisten Fällen sieht niemand jemals auch nur eine Seite von dem, was wir schreiben. Leider wird Schreiben von vielen immer noch belächelt und als kein richtiges Hobby angesehen, weswegen wir meistens nicht darüber sprechen. Das ist schade, finde ich, denn Schreiben ist harte Arbeit, egal, ob du Fanfiction, Gedichte oder Romane schreibst.

 

Wenn du das Gefühl hast, an einem Punkt angelangt zu sein, bei dem du nicht mehr länger in deinem stillen Kämmerchen sitzen kannst und Input von Außen brauchst, dann kannst du folgendes tun:    

5 Strategien, die du sofort umsetzen kannst

1. Such dir Gleichgesinnte!

 

Autoren brauchen Kontakte zu anderen Autoren. Der Austausch mit Gleichgesinnten kann dich enorm weiterbringen. Ich spreche da aus Erfahrung und kann dir das nur empfehlen. Früher saß ich oft vor dem PC und kam mir einsam vor, weil ich mit niemandem über meine Projekte reden konnte. Heute will ich die Kontakte zu allen möglichen Buchmenschen nicht mehr missen.

 

Die erste und wahrscheinlich beste Anlaufstelle sind Foren. Es gibt den Tintenzirkel (da bin ich seit vielen Jahren Mitglied), die Schreibwerkstatt, die Schreibnacht, das Fantasy Schreibforum und noch so viele mehr. Einige bieten Textkritik an, bei vielen bekommst du Infos zur Buch- und Verlagsbranche, oftmals aus erster Hand, andere sind einfach eine enge Autorengemeinschaft, wo man Spaß haben kann. Google spuckt garantiert auch das passende Forum für dich aus.

 

So ziemlich jeder Autor und auch die Verlage haben heute Social Media, sei es Twitter, Facebook oder Instagram. Folge deinen Lieblingsautoren, Debütanten, den Verlagen, zu denen du gerne möchtest. Gerade die Selfpublisher Community ist sehr aktiv und gut vernetzt.    

2. Sprich darüber!

 

Dieser Punkt mag für viele von euch einiges an Überwindung kosten, aber es lohnt sich. Bei mir hat es Jahre gedauert, bis ich meinen Freunden und gar wildfremden Menschen gegenüber offen sagen konnte, dass ich Bücher schreibe. Denn meistens folgt die Frage: «Ach ja? Über was denn?». Und die muss man beantworten und sich den darauffolgenden Reaktionen stellen. Je nachdem, was du schreibst, fallen die Reaktionen mehr oder weniger begeistert aus. Fantasy ist nach wie vor eher verpönt, Lyrik erst recht, Krimi versteht jeder und falls du Erotik schreibst, nenn erstmal was Anderes. ;)

 

Aber du wirst merken, dass du jedes Mal, wenn du über dein Schreiben sprichst, etwas aufrechter stehen wirst. Die Leute werden deine Begeisterung bemerken, denn die ist ansteckend. Also trau dich!    

3. Lerne das Handwerk!

 

Übung macht den Meister, das gilt auch für das Bücherschreiben. Ohne das Handwerk wirst du es vermutlich nie auf das nächste oder übernächste Level bringen. Talent alleine reicht leider nicht aus und seien wir ehrlich, du würdest auch nicht zu einem Zahnarzt gehen, der keine Ahnung hat, was er da in deinem Mund machen soll, oder?

 

Es gibt mittlerweile viele richtig gute Schreibratgeber zu so gut wie jedem Thema. Wie man Spannung richtig schreibt, wie die Drei-Akt-Struktur funktioniert, wie man am besten lektoriert und überarbeitet, und und und.

Bei mir im Regal stehen auch einige Schreibratgeber und auch mein Kindle ist gut bestückt damit. Die meisten davon habe ich komplett durchgearbeitet, mir Notizen herausgeschrieben und wichtige Stellen direkt im Buch mit Post-Its markiert.

 

Es gibt auch viele gute Schreibblogs im Netz, die so ziemlich jedes Thema rund ums Bücherschreiben abdecken. Falls du also nicht Dutzende von Bücher kaufen und durchackern willst/kannst, dann sind Blogs genau die richtige Anlaufstelle.

Meine Favoriten sind unter anderem: Vom Schreiben Leben, schriftsteller-werden, Schriftzeit, Ink and Quill (Englisch) und Writers Write (Englisch).

4. Schreib einfach!

 

Ja, das sagt sie jetzt so einfach, die Luzia. Aber es ist tatsächlich so. Wenn du mit deinem Schreiben weiterkommen willst, dann schreib. Schreib dein Buch fertig, schreib deine Ideen auf, leg dir ein Notizbuch an und schreib deine Gedanken auf. Egal was, Hauptsache du schreibst. Denn nur so kommst du voran. Und keine Angst vor einer schlechten Rohfassung – überarbeiten kannst du später immer noch. Das Gefühl, das Wort Ende unter ein Buch zu setzen, ist einfach unbeschreiblich und kann dich regelrecht beflügeln.

5. Werde dir über dein Ziel klar!

 

Der letzte Punkt ist einer der wichtigsten, finde ich. Was willst du erreichen? Welches Ziel verfolgst du mit dem Schreiben? Willst du es als weiterhin Hobby betreiben oder eines Tages veröffentlichen, vielleicht sogar mit Hilfe einer Agentur zu einem Großverlag?

Ohne ein konkretes Ziel vor Augen ist es für viele Menschen schwer, sich zu motivieren und voranzukommen. Nimm dir Zeit und mach dir Gedanken darüber. Schreibe dir dein Ziel auf und hänge es an die Pinnwand neben deinem Schreibtisch oder an den Spiegel im Badezimmer, damit du es immer vor Augen hast.

Viele Wege führen ans Ziel

Wie du siehst, gibt es sehr viele Möglichkeiten und Wege, die du jetzt bereits in die Umsetzung bringen kannst, um dein Schreiben zu fördern. Jeder Autor hat einen anderen Weg, vergiss das nicht. Was für die eine funktioniert, muss beim anderen nicht auch zwangsläufig funktionieren. Wichtig ist, dass du dabei bleibst und deinen eigenen Weg gehst.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

Falls du Feedback oder Fragen zu diesem Artikel hast, darfst du mir gerne eine Nachricht auf meine Pinnwand auf Facebook schreiben oder hinterlasse mir unten einen Kommentar. Ich werde deine Fragen so gut es geht beantworten. Auch von deinen Erfolgen will ich hören, also keine Scheu. Schrieb mir! Ich freue mich darauf.

Das erwartet dich nächste Woche:

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Es gibt Autoren, die können nur "lang", andere nur "kurz". Ich gehöre irgendwo dazwischen und zeige dir, wie du mit Kurzgeschichten deine ersten Veröffentlichungen bei Verlagen schaffen kannst.